Der Eintritt ist mit 15 € relativ teuer. Die 5 Trakte des auffälligen ehem. Gefängnisses bieten eine erstaunliche Vielfalt: Flora, Fauna, Historie zu Stadt und Gefängnis, Erforschung der Antarktis, Schiffskunde und Geschichte, Ausstellung moderner Kunst, im Moment Pinguine.
Die vielen Zellen kommen der kleinteiligen thematischen Gestaltung entgegen, beeindrucken aber im Originalzustand in einem Trakt als Zeitzeugen.
Mich interessierte eigentlich das Museum an sich und die Gefängnisabteilung.
Daher durchwanderte ich die anderen Abteilungen ziemlich schnell.
In diesem kleinen Prospekt wird mehrsprachig die Geschichte des Hochsicherheitsgefängnisses erzählt. Im Museum selber wird das ergänzt durch grossformatige Bildtafeln und originalgetreu hergerichtete Zellen.
Der Rundgang beginnt aber im Teil, der der Seefahrt gewidmet ist.
Ich fand diese Abteilung sehr "überschaubar" und habe schon interessantere maritime Ausstellungen besucht.
Ganz anders der Gefängnisteil.
Gefängnis
Auf großen Bildtafeln mit Originalfotografien wird der harte Alltag der Häftlinge dargestellt.
Da es sich hier aber immer um Schwerstverbrecher handelt , deren Taten ebenfalls hier dokumentiert wurden, kann sich das Mitleid in Grenzen halten ! Leicht war ihr Leben aber nicht.
Zuerst mussten sie 1902 das Gefängnis bauen und sich dann dort selber verpflegen. Fertig war es 1920. In den Zellen war es sehr eng, ein Ofen stand nur auf dem Flur.
1920, hatte das Gefängnis 5 Pavilione mit je 76 external Zellen. Die 386 Zellen waren alle angelegt für die Belegung mit nur einem Gefangenen, aber es gab auch einmal eine Zeit mit insgesamt 600 Gefangenen.
Auf diesem Bild kann man den Originalzustand der Wände sehen, die nicht verputzt waren.
Natürlich war es auch nicht isoliert und muss im Winter sehr kalt gewesen sein. Einen kleinen Eindruck davon bekommt man im unrenovierten Trakt.
Um alle Versorgungsaufgaben, auch für den kleinen Ort Ushuaia, wahrzunehmen, wurde schon 1910 die südlichste Eisenbahn der Welt gebaut (Siehe Bericht 13). Die Strecke war ca. 25 km lang.
1947 wurde das Gefängnis geschlossen.
Kamerarundblick
In der zentralen Halle, von der die 5 Trakte abgehen, kann man einen Kaffee trinken, man sieht aber auch an der Decke, wieviel Arbeit und Aufwand es bedeutet, so ein Gebäude in Schuss zu halten.
Ich guckte mir noch ein paar der ausgestellten Pinguine an und verließ nach ca. 90 Minuten das Museumsgelände.
Nachdem wir einen Gutschein für einen heißen Kakao im Ort in einer Chocolateria eingelöst hatten, wanderten wir bis zum Abendessen noch etwas durch den Ort.
Solche spezialisierten Läden mit einer großen Auswahl an verschiedenen Schokoladen hatten wir auch schon in El Calafate gesehen.
Für unseren letzten Tag in Ushuaia steh noch die Bootsfahrt auf dem Beagle Kanal auf dem Programm.
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