Es ist sein 1. Besuch in Deutschland.
Er kam mit dem Flieger aus Manchester, wo seine Tochter lebt, nach Düsseldorf und von dort mit dem Zug nach Halle/Westfalen, wo wir ihn abholten. Das klappte gut, auch weil die B 68 am Feiertag nicht mit Lkw überfüllt ist. Ansonsten braucht man für die Fahrt schon deutlich länger, weil die A 33 wegen vieler Einsprüche noch immer nicht fertig ist. Nur die Ortsdurchfahrt Halle ist inzwischen für Lkw gesperrt. Die armen Anwohner haben über Jahre sehr gelitten. Wir können das nachvollziehen, weil wir das gleiche hier bei uns mitgemacht haben, als das Teilstück der A 33 hier um uns herum noch nicht fertig war. http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/513589/a-33-luckenschluss-nach-bielefeld-im-zeitplan
Als wir zum Hermannsdenkmal fuhren, hatten wir an einem Freitag reichlich Lastwagen vor uns hinter uns.
Unser 1. Ausflug aber war das benachbarte Bad Rothenfelde, wo unseren Besucher die beiden Salinen (korrekt "Gradierwerke") begeisterten. Er bewunderte den Einfallsreichtum der Macher, ihre gute handwerkliche Arbeit und die wirklich frische,salzhaltige Luft. Deshalb kommen auch viele Besucher, da das Atmen erleichtert wird und man sich fast an der Nordsee wähnen kann.
Die ersten Gradierwerke sollten hier aber keineswegs der
Gesundheit dienen. Als Teil der Salzproduktionsstätten übernahmen sie
die Aufgabe der Salzwiesen, die es im Mittelmeerraum gibt. Auf diesen
Flächen verdunstet das Meerwasser, bis die Salzkonzentration so groß
ist, dass Salzkristalle entstehen.
An den Dornenwänden (benutzt wird hier Schwarzdorn, der nach ca. 30 Jahren erst ersetzt werden muss) wird die Sole bis
zur Kristallisierung des Salzes abgerieselt, meist 3 mal. Also gerade so lange,
damit die Zeit für die Salzsiedung auf ein Minimum reduziert wird, also eigentlich schon eine "grüne" Idee..
In vielen Gebieten, wo es zwar Quellsole mit
geringerem Salzgehalt, aber nicht genügend Verdunstungsflächen gibt,
wurde diese Erfindung aus der Lombardei (I) errichtet. Bad Rothenfelde
hat übrigens mit 10.000 qm Rieselfläche die längste Gradierwerksanlage
Westeuropas, die ganzjährig in Betrieb ist.
Natürlich besuchten wir nach unserem Rundgang um beide Salinen die Inhalationskammer, wobei man die Konstruktion von innen sehen und bestaunen kann. Überall gibt es Erklärungstafeln auch in engl. Sprache, so dass wir uns die Führung ersparten und ich versuchte, alles zu erklären.
Wir hatten auch in der Tourist Info eine kleine Broschüre auf Englisch abgeholt, in der auch die Geschichte des Heilbades nachzulesen ist.
Nach Ablauf von ca. 30 Jahren sehen die Schwarzdorne versteinert aus, die Farbe variiert je nach Anteil der Mineralien und dem Klima. Überall im Ort kann man die Salinensteine stehen sehen und ich kann mich aus meiner Kindheit an Gartenlauben erinnern, die mit diesen Überresten gebaut wurden.
http://www.bad-rothenfelde.de/geniessen-anschauen/entdecken/demonstrationsgang/
Der 2. Ausflug verband die Universitäts- und Friedensstadt Osnabrück mit einem Stopp im Kneippheilbad Bad Iburg.
Luftbild aus Wikipedia
Wir liefen von der Universität, dem alten Schloss, durch die Altstadt zur Touristinfo,
Wir liefen von der Universität, dem alten Schloss, durch die Altstadt zur Touristinfo,
| Ledenhof |
holten uns Prospekte und ich versuchte zu ergründen, warum im Osnabrücker Wappen das Rad 6 Speichen, in unserem Wappen im Landkreis aber nur 5 Speichen vorhanden sind, obwohl das Wappen des Landkreises wieder 6 Speichen hat.
Die sehr nette Dame am Auskunftsschalter hatte das noch nie gehört, war sehr interessiert, fand aber auch keine Erklärung.
Das Osnabrücker Rad ist das im Landkreis Osnabrück am häufigsten verwendete Wappenzeichen. Es wurde um das Jahr 1200 von den Bischöfen von Osnabrück eingeführt und steht für den „Wagen Gottes“, den Thronwagen, und damit für die christliche Kirche. Als Symbol für Evangelien und Kirche ist es nach mehrheitlicher Auffassung auf die Vision des Propheten Hesekiel im Alten Testament zurückzuführen. Das Rad des Bistums Osnabrück ist rot auf Silbergrund.
Der Turm ist der Bergfried der Iburg, die vom Osnabrücker Bischof Benno im 11. Jahrhundert zur Residenz ausgebaut wurde. Dieser Turm wird daher auch „Bennoturm“ genannt.
Danach besuchten wir das historische Rathaus des Westfälischen Friedens von 1648, konnten aber leider nicht in den Friedenssaal hinein, er war wegen verschiedener Veranstaltungen den ganzen Tag geschlossen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Osnabr%C3%BCck
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| Marienkirche |
Der Dom St. Peter wurde an der heutigen Stelle im Jahr 785 geweiht. Der heutige Bau jedoch entstand erst von 1218 bis 1277. Die Kathedralkirche wurde im spätromanischen Stil erbaut. Ursprünglich verfügte der Dom über Zwillingstürme, jedoch wurde der Nordwestturm im 15. Jahrhundert durch einen dickeren gotischen Turm ersetzt. Im Innern finden sich unter anderem ein bronzenes Taufbecken von 1225 und ein großes Triumphkreuz, entstanden gegen Ende des 12. Jahrhunderts. Es zählt mit seiner Höhe von fast sechs Metern und dem Korpus von 3, 80 Meter Länge zu den größten seiner Art in Europa. In Domnähe lebte von 1210 bis 1233 der aus Groningen stammende Einsiedler und später heiliggesprochene Reiner von Osnabrück. Vor dem Dom steht das Standbild des Löwenpudels.
Zum Namen gibt es nur Vermutungen und Sagen.
Einer der inzwischen auch in Osnabrück häufig zu findenden *Stolpersteine* zum Gedenken an vertriebene und ermordete jüdische Mitbürger.
Durch das Einkaufszentrum mit einigen Stopps in Läden (unser Besucher vergleicht sehr gerne die Preise bei uns mit denen bei sich) machten wir uns dann auf den Weg nach Bad Iburg.
http://www.badiburg.de/
Da bedrohlich aussehende Regenwolken aufzogen und wir tatsächlich bei der Rückkehr zum Parkplatz einen ordentlichen Schauer abbekamen, beeilten wir uns mit der Besichtigung des Schlosses nur von außen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_und_Benediktinerabtei_Iburg
Blick von der B 51 auf Bad Iburg und das Schloss
Innenhof mit Bennoturm
vom Klostergarten aus
Statur Bischof Benno




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