Donnerstag, 2. Juni 2016, Levi – Inari See – Lakself Fjord ─ Nordkap
Unser heutiger Tag beginnt mit einem frühen Frühstück, das gut wie bisher immer ist. Jeder kann etwas finden, was ihm mundet.Wir fahren gegen 7:15 Uhr los, denn der heutige Abschnitt ist fast 600km lang und überwiegend auf Landstrassen, die zwar gut ausgebaut sind, aber eben zweispurig.
Unser erster Halt ist am Inari See. Dieser See ist sicher allen Kreuzworträtslern gut bekannt - er wird oft abgefragt. Nun sehen wir ihn in "echt".
* Der Inarisee ist der drittgrößte See Finnlands und liegt in dessen Norden, nahe der Grenze zu Russland.Der See ist 40x80 km groß, bis zu 92 m tief und besitzt etwa 3.300 Inseln. Er war früher mit der Barentsee verbunden, ist heute aber davon getrennt und mit Süßwasser gefüllt*.(wikipedia vom 3.8.16)
Das Wetter wird etwas kühler, die Natur karger. Wir sind jetzt in Lappland.
Das Wetter ist frisch, aber ohne Regen. Ich habe außer meiner Wetterjacke noch nichts Wärmeres gebraucht.
* Lappland (finnisch Lappi, schwedisch und norwegisch Lappland, russisch Лапландия) ist eine Landschaftin Nordeuropa, deren Abgrenzung unterschiedlich gezogen wird. Häufig wird damit der nördlich des Polarkreises liegende Teil Fennoskandinaviens bezeichnet.
* Die größte Ausdehnung hat Lappland, wenn man es mit Sápmi, dem Siedlungsgebiet und Kulturraum der Samen – der Urbevölkerung Lapplands – gleichsetzt.
Die Sámi sind ein indigenes Volk, das früher „Lappen“ genannt worden ist. Lappland hatte nie eine eigene Staatlichkeit und ist heute zwischen den vier Staaten Norwegen, Schweden, Finnland und Russlandaufgeteilt. * (wikipedia 3.8.16)
Wir haben keine Samen gesehen, sind nur einmal an einer für Touristen gekennzeichneten Siedlung mit einem Zelt vorbeigefahren. Wir haben auch nicht so viel Zeit, denn unser eigentliches Ziel heute ist das Nordkap!
Zuerst halten wir aber noch einmal am Porsangenfjord, wo wir die typischen aufgestapelten Steinhaufen/Männchen sehen und fotografieren. Anja und ich heute im Deutschlandlook - schwarz-rot-gold ;-)
Diese Steinmännchen waren ursprünglich Wegzeichen, werden heute aber oft von Touristen nur so aufgestapelt und oft auch beschriftet.
In Skandinavien sollen sie vor Trollen schützen, werden aber inzwischen wegen ihrer Häufigkeit und weil viele Touristen damit die Landschaft verschandeln oder sogar zerstören, als Plage bezeichnet.
Harald fand einen Seeigel und ein Mitfahrer eine große Schere einer Königskrabbe.
Bei der Weiterfahrt sehen wir zum 2.Mal Rentiere und alle freuen sich.
Auf diesen Fotos kann man auch erkennen, wir karg die Landschaft hier ist, ein paar Nadelbäume und Moose und Flechten.
Sarah hatte uns schon früh darauf hingewiesen, dass Tank- und Raststellen hier nur spärlich vorhanden sind, meist hielten wir an einer Kombi aus Tankstelle mit Laden und Postkasten. Aber auch ein Plumpsklo lag auf der Strecke.
Ich probierte ein weiteres Lakritzeis und fand es lecker ! Bei uns habe ich es noch nicht gesehen, aber in Schleswig-Holstein soll es verkauft werden, da auch die Dänen es gerne mögen.
Gegen 16 Uhr sind wir auf unserer letzten Etappe und fahren durch den Nordkaptunnel.https://de.wikipedia.org/wiki/Nordkaptunnel
Sarah hatte sich inzwischen bei einem Bekannten, der auch für trendtours vor Ort organisiert, nach den aktuellen Wetterbedingungen erkundigt. Es sah im Moment nicht so gut aus und daher wird das Programm leicht geändert:
Wir fahren zuerst ins Hotel, besuchen eine dort ansässige Künstlerin (Eva Schmutterer) ,essen frühzeitig und fahren dann zum Nordkap.
Das war optimal, denn so hatten wir bestes Wetter am Kap !
Das Hotel "Arran" ist familiengeführt, verteilt sich auf mehrer Häuser und machte einen rustikalen Eindruck. Alle Zimmer aber waren sauber, ordentlich und auch groß genug.
Das Abendessen war Tomatensuppe, Dorsch und Fischklopse, dazu Gemüse und Kartoffeln. Wir sassen an Tischen und wurden bedient, wodurch es alles recht schnell ging.
Der einzige Nachteil war, dass das W-Lan in den Außenhäusern nicht funktionierte, aber das ist für einen Abend zu verschmerzen, denn im Haupthaus war alles ok.
Die Bucht von Kamoyvar und unser Hotel Arran mit dem Bus davor.
Kamøyvær ist ein Fischerdorf in der norwegischen Kommune Nordkapp.
Die Ortschaft liegt ganz innen am Kamøyfjord auf der Ostseite der Insel
Magerøya, rund 10 km nordwestlich von Honningsvåg. Kamøyvær hat rund 70
Einwohner. Wikipedia 5.8.16
Zuerst wollte ich nicht mit zu der Künstlerin gehen, weil ich dachte, es wäre nur eine der von Rundreisen bekannten Verkaufsangelegenheit, aber dann ging ich doch mit und wurde angenehm überrascht.
Eva Schmutterer
Die Künstlerin ist eine Deutsche, die seit vielen Jahren der Liebe wegen hier oben lebt und im Winter ihre Kunstwerke herstellt. Es sind Collagen aus Papierschnipseln. Das Papier sammeln die Einheimischen für sie. Von Ihren Werken stellt sie dann Drucke her.
Sie erzählte uns auch etwas von ihrem Leben hier oben und so erfuhren wir, dass alle Häuser gegen Sturm mit besonderen Stahlankern gesichert sind.
Niemandem wurde etwas aufgedrängt, aber viele kauften doch etwas,denn sie verfasst auch Bücher für Kinder und Erwachsene.
Nach dem Essen ging es dann zum Nordkap - endlich! Und wir wurden nicht enttäuscht! Das Wetter hatte aufgeklart und die angekündigten Gäste einer Kreuzfahrttour würden erst viel später eintreffen. Die einlaufende AIDA sahen wir von oben, dann wird es so richtig voll. Wir aber hatten es fast für uns.
Sarah zeigte uns auf der Anfahrt die eigentlich wirklich nördlichste Stelle, die *Nase*. Sie ist aber nicht wirklich gut zu erreichen, während das Nordkap seit langer Zeit an dieser Stelle bekannt ist, seit relativ kurzer Zeit aber erst mit einer ordentlichen Strasse gut zu erreichen ist.
Nordkap (wikipedia 3.8.16)
In diesem Artikel wird alles Wesentliche verständlich erklärt.
Für mich war die Faszination eben die, nach meinem Ausflug an das südliche Ende der bewohnten Welt nun auch das nördliche Ende zu sehen.
Beide waren interessant, aber total unterschiedlich, nur die Kargheit der Landschaft ist ähnlich. (siehe auch meinen Bericht dazu unter Argentinien )
Der Globus ist wohl DAS Symbol für das Nordkap und natürlich muss man dort fotografieren !
Ausserdem bekamen wir wieder einen Piccolo, da wir ja unser eigentliches Ziel nun erreicht hatten.
Wie man sieht, war es jetzt um 19:15 Uhr immer noch sehr hell, allerdings windig, aber gute Sicht.
Wir sind ja noch früh im Jahr und so shaen wir nur einen rosa Schimmer der Sonne, aber Sarah schickte uns später ein Foto, das sie auf einer anderen Reise aufgenommen hatte.
Die AIDA fährt zum Hafen Honningsvag
2 Trolle
Das Denkmal der Kinder der Welt am Nordkap wurde von sieben Kindern aus verschiedenen Teilen der Welt gestaltet und 1989 errichtet.Der Film über das Nordkap ist sehr sehenswert, die Kapelle und das Museum nichts Besonderes.
In der großen Halle gibt es ein Postamt, bei dem man einen besonderen Poststempel bekommen kann, aber es war schon zu. Man konnte den Stempel also nur erhalten, wenn man eine Postkarte an sich selber schickt.
Als wir uns zum Bus begeben, fahren die Gäste eines kleineren Kreuzschiffes auch gerade ab, es gab aber kein Gedränge und wir konnten das Erlebnis "Nordkap" in Ruhe genießen.
Nun geht es zurück ins Hotel.
Entfernungen: Levi - Nordkap 592 km Bus
Strecke: Levi – E75 – Inari – 92 – Grenze Finnland/Norwegen - E6 - Lakselv – Porsangenfjord – E69 – Nordkapptunnelen - Insel Magerøya – Nordkap – Dorf Kamøyvær
Hotel: Arran










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